Welle der Wertschätzung und ein geschenktes Lächeln
Foto von 
Anik Kähler

So sah ich zu, dass ich irgendwelchen Passanten nicht mit den beiden langen Leinen im Weg herumstand. Eine junge Frau ging schnurstracks auf mich zu. Ich dachte, sie möchte den Fußweg weiter, und so wich ich entsprechend aus. Nein, die ging weiter auf mich zu. Hinter mir war nämlich ein Mülleimer, den die über diese größere Distanz zielstrebig angesteuert hatte. Sie warf etwas hinein und wendete sich wieder ihrer Begleitung zu.

Ich realisierte diesen Moment. Sie hat gezielt und bewusst diese Distanz auf sich genommen, hat Energie aufgewendet, um in ihrer Würde zu bleiben. Ich spürte, dass dieser Gang für sie ein Gewinn und kein Energieverlust war. Und sprach sie an:

"Mooooment, bitte!"

Ich puhlte eine meiner vorgeschriebenen Karten mit dem passenden Text heraus und überreichte sie der jungen Frau. Sie war erstaunt. Aber im Weitergehen sah ich, wie sie sich die Karte mit ihrer Begleitung zusammen ansah. Vielleicht wird sie ja tatsächlich weitergereicht.

Die Würdekompass-Initiative bietet liebevoll gestaltete Postkarten zum Selbstkostenpreis an. Von einer Variante haben wir einen Satz von 250 Stück bestellt. Aus unserer Würdekompassgruppe heraus haben wir zusätzlich eine Fotopostkarte gestaltet und drucken lassen. Nun kam die Frage: was machen wir mit all den Postkarten?

Unsere Idee: Wir verfassen wertschätzende Texte zu unterschiedlichen Situationen des Alltags und schreiben sie handschriftlich auf die Karten. Dazu kommt eine Einladung zum Weiterreichen. 

Und immer, wenn sich ein guter Moment zeigt – ähnlich wie oben beschrieben oder an einer Supermarktkasse oder man hat bewusst und gezielt eine Gruppe von Menschen vor Augen wie z.B. die Mitarbeiter der Reinigungsfirma an der eigenen Schule – dann überreicht man mit einem Blick in die Augen, einem lieben Wort und einem Lächeln die passende Karte. Es ist so einfach.

Herzliche Grüße von Anik Kähler aus der Würdekompass-Gruppe Troistedt

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