Der Mensch, so formulierte schon Immanuel Kant, habe die Pflicht, seine Würde, die „ihn vor allen anderen Geschöpfen auszeichnet, auch in seiner eigenen Person niemals zu beleidigen.“ Unter unserer Würde – das gilt nicht nur für andere, die uns schlecht behandeln. Das gilt auch für uns, wenn wir nicht gut zu uns sind. „Wer sich zum Wurme macht“, schrieb er, „darf nicht darüber klagen, mit Füßen getreten zu werden“.

Kant war klar, dass überall dort, wo  Waren und Leistungen angeboten werden, auch ideelle Werte  verkauft werden können, wenn sie einen Preis haben. „Im Reiche der Zwecke“, schrieb er, „hat alles entweder einen Preis, oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes als Äquivalent gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde.“ Und diese Würde sei ein innerer Wert, unerreichbar, schwer zugänglich, geschützt von den Zumutungen des Lebens. Unveränderlich und für immer und ewig, weder Zufälligkeiten ausgeliefert noch einer Gewalt.

Kant goss seine Vorstellungen in eine Formel, die als kategorischer Imperativ schulbuchpflichtig wurde. „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Der Mensch also solle sich nicht zu fein sein, sein Handeln an der Reaktion zu bemessen, die es bei anderen auslöst. Sich in andere hineinversetzen, um zu fühlen, wie er selbst behandelt werden möchte. Behandeln: kein schönes Wort. Also besser: wie wohl er sich fühlen würde, wenn ein anderer ihm so begegne. „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“ - diese Volksweisheit wurde zur Grundlage unserer heutigen Vorstellungen menschenwürdigen Verhaltens.

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